Sjokolade-is, Sol og Badebuss
24 04 2008Hier in Bergen ist seit Tagen wunderschönster Sonnenschein, ich laufe im Pullover herum und genieße die Sonnenstrahlen, wo immer ich nur kann.
Das hier war eigentlich eine Mail an meinen Vater, aber ich habe sie so gemocht, dass ich sie jetzt hier reinstellen werde. (Tschuldigung, Papa…)
Gestern auf dem Heimweg habe ich mich kurzerhand entschlossen, von der Stadt aus zu Fuß zu laufen und mich bei frühlingshaften Temperaturen auf den Weg gemacht, nachdem ich mir mit nem Kumpel zusammen ein Schokoladeneis gekauft hatte. (Das erste Kugeleis übrigens in diesem Jahr!)
Die kleinen weißen Häuser im Sonnenschein strahlend, blauer Himmel darüber und eine ganz leichte Meerbrise, die Jacke in den Rucksack gestopft und glücklich vom grade gegessenen Eis, so schlendere ich durch die Gassen und Gässchen nach Hause. An einer der größeren Straßen kommt ein Badebus voll mit Grundschülern an mir vorbei, die fröhlich jubelnd ihren Lehrer und den Busfahrer in den Wahnsinn treiben. Eine schwarz-weiße Katze liegt auf einer Mülltonne und schaut mich blinzelnd an, maunzt verlangend und schließt wieder genüsslich die Augen, während sie mein Kraulen und den Sonnenschein genießt. Ich lasse von der Katze ab und gehe weiter. Eine Gruppe Kinder rennt schreiend und kreischend über die Straße, sich gegenseitig einen Ball abjagend, alle in Pullover oder T-Shirt. Ich lächele und gehe weiter. Mir fallen an einer Stelle Blumen auf, die ich schon lange nicht mehr gesehen hab und ich dort nicht vermutet hätte: kleine, violett-blaue Leberblümchen, die ihre Köpfe in die Sonnenstrahlen strecken. Mir geht die ganze Zeit der neue Wise Guys-Song “Die ersten warmen Tage” nicht aus dem Kopf, weil er einfach so unbeschreiblich gut passt und ich pfeife ihn leise. Ein paar Straßen weiter komme ich an einer kleinen Grünfläche vorbei, auf der die kleinen, kräftig blauen Blumen stehen, die Oma so gerne hat. Auf einer Mauer finde ich eine kleine Sommerschnecke, die ich so sehr mit Rahbarber und Omas und Opas Garten in Göttingen verbinde, mit den Apfelbäumen und dem Frühstückstisch auf der Wiese. Ich werde immer fröhlicher, und kurz bevor ich in meine Straße einbiege, bleibe ich stehen und lausche mit geschlossenen Augen. Vogelgezwitscher, Autos, ein Eiswagen mit der verzerrten Griegmelodie und dann lautes Inbdianergeschrei von irgendwo aus der Nachbarschaft. Langsam hole ich ganz tief Luft. Ich fange leise an zu lachen. Das war der letzte Beweis. Es riecht nach Stadtfrühling.
Kategorien : Norwegen
